
Was bedeutet Sichtbarkeit im KI-Zeitalter?
Mein Buch „Be Visible. Be You. Be in Tech." ist dieses Jahr im Februar im BusinessVillage - Verlag für die Wirtschaft erschienen.
Und ich frage mich: Stimmt das überhaupt noch, was ich darin über Sichtbarkeit geschrieben habe?
Also habe ich mein Kapitel 7 mit den acht Schritten der Sichtbarkeit auf den Prüfstand gestellt. Einen nach dem anderen.
Hier ist, was dabei herauskam.
Was sich verändert hat
Veröffentlichungen, Artikel, Beiträge, Bücher wurden bisher von Expert:innen geschrieben. Das verschaffte ihnen Sichtbarkeit für ihr Thema.
Heute, im Zeitalter der KI, entstehen viele Veröffentlichungen mithilfe von KI oder ganz durch sie. Laut Originality.ai war 2025 über die Hälfte der langen LinkedIn-Beiträge von einer KI geschrieben.
Fachwissen war bisher kostbar. Heute recherchiert und erklärt dir eine KI in Sekunden, wofür du früher lange nachschlagen, Fachtagungen besuchen und Expert:innen fragen musstest.
Auch Suche und Auffindbarkeit haben sich komplett verändert. Wir fragen die gängigen KI-Modelle und bekommen überzeugende Antworten, wer für ein Thema der richtige Ansprechpartner ist und welche Literatur taugt. Für Produkte gilt dasselbe.
Die Frage ist: Erscheint dein Name?
Klingt, als müsste ich mein Kapitel neu schreiben, oder?
Was die KI nicht ändert
Erstaunlicherweise ist dem nicht so. Was ich in Kapitel 7 geschrieben habe, „Sichtbarkeit: Werde sichtbar als Mensch und mit deiner Fachkompetenz", stimmt immer noch.
Denn das meiste davon passiert von Mensch zu Mensch. Und genau da kommt keine KI hin.
Zeig deine Erfolge. Schau über den Tellerrand. Bring deine Ideen ein. Suche dir einen Mentor. Bilde dich weiter. Vernetze dich und bau deine Public-Speaking-Skills aus.
Diese Schritte tragen aus meiner Sicht aktuell stärker denn je. Vertrauen, Wertschätzung und echte Verbindungen kann die KI nicht ersetzen.
Das zeigt auch eine Gartner-Studie von 2026: Die Hälfte der befragten US-Verbraucher bevorzugt Marken, die in ihren Inhalten auf KI verzichten. Und 68 Prozent fragen sich inzwischen, ob das, was sie online sehen, überhaupt echt ist.
Vertrauen entsteht von Mensch zu Mensch.
Der eine Schritt im Umbruch
Nur ein Schritt steht mitten im Umbruch: „Nutze Social Media."
Auf einem Panel in München hatte ich 2025 das Publikum gefragt: Wer von euch ist auf LinkedIn? Alle Hände gingen hoch. Meine zweite Frage: Wer postet dort regelmäßig fachlich? Nur wenige Hände.
Damals war meine Botschaft: Trau dich und werde mit deiner Fachexpertise sichtbar. Heute kommt ein Satz dazu. Sichtbar ja, aber nicht mit KI-generierten Texten.
Dass du sie dir zu Hilfe nimmst, steht außer Frage. Aber federführend bist du.
Die KI baut, der Mensch denkt.
One more thing
Werde auffindbar für die KI. Drei Dinge helfen dir dabei.
- Fokussiere dich auf deine Kernthemen, dann verbindet man deinen Namen damit, Menschen wie Maschinen.
- Gib deinen Methoden einen Namen, dann werden sie dir zugeschrieben.
- Sei präsent in Interviews und Fachbeiträgen, denn genau daraus ziehen die KI-Modelle ihre Antworten.
Und über allem: Belege deine Erfolge und bilde dir eine eigene Meinung. Eine KI wägt ab, du beziehst Stellung.
Mein Fazit
Sichtbarkeit im KI-Zeitalter heißt, dass Auffindbarkeit und Echtheit zusammenfallen. Gefunden und für vertrauenswürdig gehalten wirst du nur noch als erkennbarer Mensch.
Wissen gibt es ab jetzt für alle auf Knopfdruck. Sichtbar macht dich das, was keine Maschine hat. Deine Haltung. Deine Geschichten. Deine Stimme.
Ist mein Kapitel also noch aktuell? Mehr denn je. Mit einer Ergänzung, dem One more thing: Werde auffindbar auch für die KI.
Wer unsichtbar bleibt, überlässt es anderen, für ihn zu sprechen.
Ich selbst nutze die Hilfe von KI zum Recherchieren, Brainstormen, Sortieren und Gegenlesen. Aber der Gedanke, die Haltung und die Stimme bleiben meine.
Wie nutzt du die KI aktuell?
Mehr dazu, wie du dein Potenzial nutzt, überzeugend auftrittst, sichtbar wirst und deine Karriere erfolgreich gestaltest, findest du in meinem Buch „Be Visible. Be You. Be in Tech." und auf meiner Homepage.
Quellen
Originality.ai (2026): AI-Analyse von 3.368 langen LinkedIn-Beiträgen von 99 einflussreichen Profilen, Januar bis November 2025. 53,7 Prozent wurden als wahrscheinlich KI-generiert eingestuft. Veröffentlicht am 22.01.2026. https://originality.ai/blog/linkedin-ai-study-engagement
Gartner (2026): Marketing-Umfrage unter 1.539 US-Verbraucher:innen (Oktober 2025). 50 Prozent bevorzugen Marken, die in verbraucherbezogenen Inhalten, Werbung und Kommunikation auf generative KI verzichten; 68 Prozent zweifeln häufig, ob Online-Inhalte echt sind. Veröffentlicht am 16.03.2026. https://www.businesswire.com/news/home/20260316095093/en/Gartner-Marketing-Survey-Finds-50-of-Consumers-Prefer-Brands-That-Avoid-Using-GenAI-in-Consumer-Facing-Content
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